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Die Franzosen sind wirklich ein hundevernarrtes Volk. Und im Gegensatz zu vielen anderen südländischen Völkchen gehen sie auch wirklich gut mit ihren Hunden um. Sie gehören zur Familie, und zu jedem Haus gehört auch ein Hund. Ebenso wie auf jeden Dorfplatz, jeden zweiten Campingplatz etc. Freilaufend versteht sich.


Hunde gehören einfach mit dazu. Und die französischen Hunde sind in aller Regel auch gut sozialisiert. Nur selten ist es vorkommen, dass wir angepöpelt wurden – und wer wie ich mit einem großen, unkastrierten Rüden unterwegs ist (der selbst keinem Ärger aus dem Weg geht), der weiß was Sache ist. Auf einem Wanderparkplatz steht plötzlich ein gewaltiger großer Hund vor uns. Rüde, unkastriert. Hat sich kurz überlegt ob er uns kennenlernen möchte. Ein scharfer Blick von mir, und er ist wieder friedlich abgezogen. Derlei Situationen hatten wir in einer Woche Wanderurlaub ungefähr zehn an der Zahl. In den letzten acht Jahren in Deutschland kann ich mich nicht an nur eine Situation erinnern. Sicherlich gibt es auch in Frankreich ein paar Knallköpfe, doch in aller Regel passt das. Bellende Hunde hingegen gibt es viele: zu jedem zweiten Haus gehört ein Hund, und die bewachen ihr Revier mit vollem Einsatz. Und dank einem großen Zaun hat auch der kleinste Hund eine ganz schön große Klappe.

Trifft man beim Spazierengehn / Wandern auf andere Hunde laufen diese in aller Regel ohne Leine. In der ersten Zeit neigt man dazu, seinen Hund zu sich zu rufen und anzuleinen. Aus reiner Gewohnheit. Trifft man in Deutschland auf Spaziergänger, egal ob mit oder ohne Hund, wird ein angeleinter Hund erwartet. Hier ist dem nicht so. Eine weitere Szene, in Deutschland und Frankreich: kommt einem eine Familie mit kleinen Kindern entgegen so wird die deutsche Mutter ganz aufgeregt, vor allem dann, nimmt das Kind Kurs auf den Hund. Die Mutter ruft / zieht ihr Kind zurück, wechselt wenn irgendwie möglich die Straßenseite. Hier in Frankreich haben weder Eltern noch Kinder Angst vor Hunden, im Gegenteil. Am Strand von La Ciotat konnte ich eine Familie mit kleinem Kind beobachten. Das Kind war so fasziniert von meinem Hund dass es einfach nicht weiterlaufen wollte. Erst als die Mutter weiter unten am Strand einen anderen Hund entdeckte und sie das Kind auf diesen aufmerksam machte ging es weiter – in Richtung nächster Hund.

Ferienwohnung oder Camping: Hunde sind willkommen

fruehling-provenceWer Urlaub mit Hund machen möchte findet in Südfrankreich eine große Auswahl. Ferienwohnung, Ferienhaus oder Campingplatz, in aller Regel sind Hunde gern gesehene Gäste. Lediglich in einigen etwas luxuriöseren Etablissements sind Fellnasen vielleicht nicht erlaubt. Auf dem Campingplatz besteht generelle Leinenpflicht. Was zumindest in der Nebensaison nicht ganz so ernst genommen werden. Zumindest natürlich, solange der Hund da bleibt wo er soll. Es gibt aber auch einigen Plätzen auch Hunde, die tägliche Inspektionsrunden durchführen. Diese gehören wohl zum Platz, machen aber keinen Ärger. Sie schauen einfach was es an neuen Hunden so auf dem Platz gibt, und ob sich hier oder da was Fressbares abstauben lässt. Auf den Campingplätzen wird übrigens ein Impfschutz (Tollwut etc.) vorausgesetzt, muss ein Impfpass vorgelegt werden. Im Übrigen empfehle ich auch eine Zeckenzange mitzubringen. Gerade im Frühling sind mit einige Mini-Zecken untergekommen, ohne Zeckenzange hätte ich diese nicht mehr rausbekommen.

Mit dem Hund an den Strand?
Die touristisch erschlossenen Sandstrände sind stets mit dem Hinweis versehen, dass Hunde nicht erlaubt sind. In der Nebensaison tollen sich dennoch einige Hunde am Strand rum – wo kein Richter, da kein Henker. Auch in so manch einer abgelegenen Bucht steht das Hundeverbotsschild – hier kümmert es aber wirklich niemanden.

Klingelnde Hunde in der Jagdsaison
Im Herbst startet die alljährliche Wildschweinjagd in der Provence. Hört man ein Klingeln sollte der Hund zu sich gerufen werden. Dann nämlich ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass gleich ein Jagdhund um die Ecke oder aus dem Wald herauskommt. Ich nehme meinen Hund dann sofort an die Leine. Alleine auf die Gefahr hin, dass die klingelnden Hunde ein Wildschwein aufgespürt haben. Und ich wirklich keine Lust darauf habe, dass meiner sich der Jagd anschließt.