Wer die Provence kennt und bereist hat, der ist im ersten Augenblick von der Weitläufigkeit der Camargue verblüfft. Hier gibt es keine Hügel, alles ist eben. Der Reiz des Naturpark Camargue liegt woanders: die eindrucksvolle Pflanzen- und Tierwelt, vor allem aber die kilometerlangen Sandstrände machen einen Besuch wert.

Saintes-Maries-de-la-Mer und Beauduc

Es gibt zwei Orte, von denen aus ein direkter Zugang zum dazwischen liegenden, kilometerlangen Sandstrand möglich wird.

saintes-maries-de-la-merSaintes-Maries-de-la Mer, ein touristisch erschlossener Ort. Ich schätze, dass es hier zu jeder Jahreszeit mehr Touristen als Einwohner gibt. Alleine der Campingplatz ist riesig. Das Städtchen ist dennoch einen Besuch wert, zum Bummeln und auch gut essen kann man hier. Wenn auch die PReise stellenweise dem blühenden Tourismus entsprechen… Besonders empfehlenswert ist ein Besuch Ende Mai, zum Zigeunerfestival. Roma und Sinti aus ganz Europa bevölkern das Städtchen, Tanz und Musik überall. Urlauber mit Wohnmobil finden hier einen wunderbaren „Caravan Parking“, bestimmt einen Kilometer lang, direkt am Strand. Einfach durch das Dorf durchfahren bis zum Meer, dann links halten. Auch wer mit dem Auto unterwegs findet hier Parkmöglichkeiten. Schon erschließt sich der kilometerlange Sandstrand. Diesem kann man entweder direkt entlang gehen, oder etwas nach hinten versetzt den befestigten Weg nutzen. Umso weiter man läuft, desto leerer wird der Strand. Bis – zumindest in der Nebensaison – man einen Strandabschnitt ganz für sich alleine hat.

Beauduc ist ein kleiner Ort, vor allem unter Kite-Surfern bekannt. Gerade in den Sommermonaten können diese bewundert werden. Auch die eine oder andere Kitesurf-Schule ist hier zu finden, sogar eine deutsche schlägt hier regelmäßig seine Zelte auf. Da Beauduc generell kleiner und nicht ganz so sehr von Touristen überlaufen ist ein Tipp!

Weiße Pferde, rosa Flamingos, schwarze Stiere

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In dieser Region hat der Stierkampf Tradition. Auch wenn man Spektakel mit Tieren kritisch beachten dar, immerhin werden die Stiere hier nicht getötet. Es geht um den Nervenkitzel, nicht um das martiale Töten der Tiere wie wir es von den Spaniern kennen. Man kann auch durchaus sagen, dass es den Tieren gut geht. Denn sie leben primär in den Weiten der natürlichen Landschaft der Camargue. Und auch sie gibt es, die typisch weißen Pferde. Einige leben wild in der Camargue, immer wieder sieht man sie. Die meisten jedoch, so scheint es, dienen dem Tourismus. Auch Nicht-Reiter können sich aufs Pferd schwingen und durch die Camargue reiten, in einer geführten Gruppe. Ein kleiner Wehrmutstropfen hat die Sache: auf dem Weg nach Saintes-Maries-de-la-Mer sieht man am Straßenrand zahlreiche Angebote, Pferdeweiden und Unterstände. In wirklich jedem Unterstand sah ich bis zu 20 Pferde, fertig aufgesattelt, angebunden und auf zahlende Kundschaft wartend. Stellt sich die Frage, wie lange die Pferde so ausharren müssen. Natürlich immer in freier Natur: die rosaroten Flamingos. In kleineren und größeren Gruppen streifen sie durch die seichten Gewässer, auf der Suche nach Essbarem.

Urlaub in der Camargue: wo wohnen?

camargue-flamingosWer einen Strandurlaub im Visier hat, dem sei ein Campingplatz direkt am Meer empfohlen. In Saintes-Maries-de-la-Mer sowie westlich davon in Le-Grau-du-Roi finden sich Campingplätze der obersten Kategorie. Hier braucht man noch nicht einmal ein Zelt oder ein Wohnmobil, dank der in Frankreich üblichen Mobilheime auf dem Campingplatz. Auch Ferienwohnungen sind hier einige zu finden. Wer seinen Urlaub jedoch nicht primär am Strand verbringen möchte könnte sich einen Standort im Inland, etwas im Norden suchen. Direkt nördlich des Naturparks findet sich Arles, eine wunderbare Stadt. Etwas nördlich davon das Dorf Fontvieille, mit einem netten, kommunalen Campingplatz, direkt südlich der les-Alpilles. In einer Stunde Autofahrt ist das Meer erreicht, ebenso kurze Wege sind es bis Avignon oder Nîmes.