Das kleine Städtchen Fontvieille im Departement Bouches-du-Rhône, ein Tipp für Ihren nächsten Urlaub in der Provence. Allein die Lage von Fontvieille ist toll. Nur wenige Kilometer von Arles entfernt, im Norden erstreckt sich die Gebirgskette Les-Alpilles. Eine Stunde nach Süden, die Sandstrände der Camargue sind erreicht. Aber auch Marseille, Avignon, Nîmes oder der Naturpark Luberon sind nicht weit. Daher empfiehlt sich Fontvieille als idealer Ausgangspunkt um diese Ecke der Provence ausgiebig erkunden zu können.

Fontvieille: Wald, Dorf, Windmühlen

Wahrzeichen des Städtchen ist die historische Windmühle „Moulin Alphonse Daudet“. Sie sowie drei andere, kleinere Mühlen plus ein Museum gilt es zu erkunden. Etwas außerhalb, direkt vor den Toren von Fontvieille, mehr historisches, das Kloster Abbaye de Montmajour. Einfach nur Spazieren gehen, ein bisschen Wandern, auf gut ausgebauten und beschrifteten Wegen: Rund um Fontvieille wird keine Wanderkarte benötigt. Einfach loslaufen, die reizende Altstadt mit ein paar Einkaufsmöglichkeiten (inklusive dem obligatorischen Wochenmarkt) sowie Restaurants und Cafés kennen lernen. Gerade östlich von Fontvieille findet sich viel Wald, mit gut markierten Schotterwegen. Es empfiehlt sich gutes Schuhwerk, eben wegen dem Schotter.

Tipp: Camping Municipal von Fontvieille

Ein netter Campingplatz in kommunaler Hand: Gepflegt, sauber, mit Schatten spendenden Pinien, wunderbar ruhig an Orts- und Waldrand gelegen. Im Sommer zu Fuß zum nahe gelegenen Freibad, oder ab in den schattigen Wald um etwas zu laufen. Als Camping Municipal ist der Platz auch wunderbar günstig. Als Extra gibt es kostenfreies WLAN. Nicht schnell, aber zum Emails lesen und Wandertouren planen reicht es. Ansonsten, wie in der Provence üblich: Warmwasser gibt es rund um die Uhr, Hunde sind willkommen. Wobei letzteres in Fontvieille wohl obligatorisch ist, zumindest haben sie im Stadtwappen einen großen, schwarzen Hund 😉

Zum Einkaufen nach Arles
Die „Zone Fourchon“ im Südosten von Arles ist verkehrstechnisch super gut von Fontvieille aus erreichbar (und ausgeschildert). Am großen Kreisverkehr (der mit dem Stück historischen Viadukt drauf) die zweite Ausfahrt ins Gewerbegebiet. Hier findet man, was bei uns als „Grüne Wiese“ bezeichnet wird. Nur in größer als alles, was ich in Deutschland bisher gesehen habe. Géant Casino, Intermarché Super, diverse Geschäfte für Klamotten, Schuhe, Baumarkt etc. sind hier zu finden.

Zum Baden nach Beauduc (Camargue)
Der Naturpark der Camargue beginnt südlich von Arles. Ab Fontvieille ist das Meer in nur einer Autostunde zu erreichen. „Saintes-Marie-de-la-Mer“ ist auch ab Arles wunderbar ausgeschildert. Gerade Ende Mai, wenn dort das Zigeunerfestival stattfindet, auch durchaus empfehlenswert! Ansonsten ist das Städtchen touristisch sehr erschlossen. Wer primär ans Meer und die schönen, endlosen Sandstrände möchte kann hier auch fündig werden. Tipp: Auch mit dem Auto auf das Caravan-Parking, direkt am Meer (einfach durch das Städtchen durch, am Meer links halten). Hier parken, zu Fuß dann den Weg oder direkt am Strand entlang – bis man diesen für sich alleine hat.

Alternativ: nach Arles in Richtung Salin-de-Giraud abbiegen, kurz davor dann nach Beauduc. Gleiches Prinzip: Parken und zu Fuß den Strandweg entlang, diesmal in Richtung Nordwest. Bereits nach einigen Minuten hat man den Strand für sich alleine – zumindest in der Nebensaison. Außerdem können hier noch die Kitesurfer bewundert werden.

Sightseeing und Wandern: Les-Baux-de Provence / les Alpilles
Les-Baux-de-Provence, ein in den Fels gebautes historisches Dorf, mit historischem Schloss. Touristisch scheint das Ganze ähnlich erschlossen wie Schloss Neuschwanstein. Selbst in der Nebensaison ist hier einiges los. Dies merkt man schon daran, dass man schon gegen 11 Uhr kaum einen Parkplatz findet. Was sich aber auch als positiv erweisen könnte, denn etwas abgelegenere Parkmöglichkeiten erweisen sich als kostenfrei (ansonsten 5€). Leider erschließt sich einem der eigentliche Charme des Dörfchens nicht ganz so toll – zu viele Touri-Angebote. Cafés, Restaurants, Andenken, Nippes… ein bisschen zu zu viel. Das Schloss kostet nochmal Eintritt. Doch der eigentliche Geheimtipp, das Museum etwas nördlich vom Dorf (wo auch kostenlos geparkt werden kann). Wirklich toll war die Ausstellung „Carrières de Lumières“ (bis Januar 2014). Ein unterirdisches Museum, in dem Werke großer, von der Provence inspirierter Künstler, an die Wände projeziert wurden. Gerade im direkten Kontrast zu Les-Baux übrigens auch angenehm ruhig und kühl… Nur 15 Minuten von Fontvieille entfernt ein toller Tipp! Im Übrigens lässt es sich hier auch wunderbar wandern. Fünf Minuten nördlich vom Museum der Einstieg auf den Hügel. Keine Sorge, es sind nicht viele Höhenmeter. Eine angenehme Wanderung ist so auch bei sommerlichen Temperaturen möglich. Aber nicht vergessen: Sonnenschutz und viel Wasser (auch für den Hund!!). Denn hier gibt es quasi keinen Schatten.