Das in Stein gebaute Dorf Les-Baux-de-Provence inklusive historischem Schloss ist wohl das Gegenstück zu unserem Neuschwanstein. Ein Musst-du-einmal-gesehen-haben für Touristen aus aller Welt. Japaner mit ihren Kameras und ganze Schulbusse besuchen diesen geschichtsträchtigen Ort.

Die Gemeinde Les-Baux und historisches Burgruine

les-baux-villageDie Burgruine zählt der Fläche nach zu den größten in ganz Frankreich. Und das Dorf zählt zu den „plus beaux villages de France“, also zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Beides ist auf einem Steinplateau inmitten der Alpillen zu finden.

Die Schönheit von Dorf und Burgruine wird leider etwas getrübt, vom touristischen Ansturm und der dementsprechenden Ausrichtung. Wobei letzteres durchaus verständlich ist. Doch gerade im Dorfkern von Les-Baux-de-Provence macht es einen fast traurig, wie ein touristisches Überangebot dem eigentlichen Charme etwas abträglich ist. Wer auf Andenken steht wird hier jedoch sein Paradies auf Erden erleben. Durchaus reizend sind die Cafés, in welche man dem Touristenstrom entfliehen kann. Es wundert da auch nicht, dass im Ortskern von Les-Baux kaum noch Menschen wohnen. Was sehr verständlich ist. Ich habe das Dorf in der Nebensaison besichtigt, an einem Samstagvormittag. Und mag mir nicht vorstellen, wie voll es hier in der Ferienzeit sein mag.

les-baux-chateauEindrucksvoll geschäftstüchtig ist die Gemeinde durchaus. Bereits für das Parken wird pauschal 5€ fällig. Ein Tipp: Ein Stück weiterfahren, in Richtung Norden oder Osten, hier finden sich dann kostenlose Parkmöglichkeiten. Ein paar hundert Meter zu Fuß dürfte wohl machbar sein. Ich empfehle (von Süden kommend) geradeaus ein Stück weiter zu fahren, bis zum Museum „Carrières de Lumières“. Hier finden wechselnde Kunstausstellungen statt, im Berg und illuminiert. Für mich das eigentliche Highlight! Hier lohnt sich auch der Eintritt. Und an einem heißen Tag mit vielen Besuchern gleich zweimal: denn in diesem besonderen Museum ist es ruhig und dunkel. Über die Burgruine, das „Chateau“ selbst kann ich leider nicht viel sagen – ich war nicht drin. Diese Eintrittsgebühr habe ich mir einfach gespart. Doch auch im Dorf gibt es einiges an Historischem zu sehen. Kapellen, Denkmäler und Museen können besichtigt werden. Umso tiefer man sich wagt, desto mehr verteilen sich auch die Touristenströme.

Alternativprogramm: Wandern rund um Les Baux

Ein weiteres Highlight, liebt man es zu Fuß unterwegs zu sein. Schöne Wanderwege, kaum anspruchsvoll finden sich am Rande von Les Baux-de-Provence. Kaum anspruchsvoll, das bezieht sich auf die gut ausgebauten Schotterwege und die geringen zu bewältigenden Höhenmeter. Das ist auch gut so, denn gerade bei warmen Temperaturen ist da Wandern so schon recht anstrengend. Zumal es auf dem Bergrücken der Alpilles gänzlich an Schatten spendenden Bäumen fehlt. Daher die obligatorische Empfehlung: bei Sonnenschutz und Trinkwasser nicht sparen!

Fazit: Es ist ein wirklich schönes Dorf. Doch für meinen Geschmack einfach etwas zu sehr touristisch erschlossen. Parkgebühren, Eintrittsgelder, Souveniers, Essen und Trinken – diese Gemeinde lebt vermutlich sehr gut vom Tourismus. Zum Glück habe ich noch das Museum „Carrières de Lumières gefunden. Sonst wäre der Besuch in Les Baux-de-Provence enttäuschend gewesen. Ich werde wieder dorthin fahren – zum Wandern und Fotografieren ist es ein schöner Fleck.